Historisches
Neben der Taufe ist das Abendmahl das zweite Sakrament, das Jesus Christus uns aufgetragen hat. Wir feiern Abendmahl, wie alle Christinnen und Christen, mit den Worten aus der Schrift, mit denen Jesus das Abendmahl gestiftet hat. Überliefert hat uns diese Worte Paulus im 1.Korintherbrief im 11. Kapitel:
Denn ich habe von dem Herrn empfangen, was ich euch weitergegeben habe: Der Herr Jesus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, dankte und brach's und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis. Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut; das tut, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis. Denn sooft ihr von diesem Brot esst und aus dem Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt.
Martin Luther lehrt, dass im Abendmahl tatsächlich Christus selbst bei und mit uns ist durch Brot und Kelch. Doch diese Präsenz Jesu ist nur während des Abendmahlsgeschehens vorhanden.
Nach dem Mahl sind die Hostien wieder Hostien, der Traubensaft oder Wein wieder nur der Ertrag der Reben. Deswegen können wir die Hostien nach dem Gottesdienst in der Sakristei aufbewahren, da sie nach dem Mahl wieder normale Hostien sind, deswegen können wir den Saft hinterher zumachen und für das nächste Abendmahl aufheben.
Kinderabendmahl?
An den Tisch des Herrn sind alle eingeladen, die getauft sind und dem glauben, was Christus zum Abendmahl sagt (s.o.). Dabei wird in unserer Kirche nicht nach Kirchenzugehörigkeit gefragt. Ein wichtiges Thema ist dabei die Frage, ob Kinder bereits vor der Konfirmation am Abendmahl teilnehmen dürfen.
Dies hat der Kirchenvorstand Ihrer Gemeinde zu entscheiden. In Bayern ist es inzwischen üblich, dass Kinder nach einer Unterrichtung zum Abendmahl zugelassen sind. In anderen Gemeinden ist die Konfirmation nach wie vor Zulassungsgrundlage zum Abendmahl.
So oder so sollten Sie Ihre Kinder mit in die Abendmahlsgemeinschaft nehmen und sie beim Abendmahl nicht in der Bank sitzen lassen. Viele Geistliche geben den Kindern einen Einzelsegen, wenn sie mit in den Abendmahlskreis kommen.
Hausabendmahl!
Auch Schwache, Alte und Kranke sind in die Abendmahlsgemeinschaft gerufen. Für sie ist es besonders wichtig, am Abendmahl teilzunehmen, da uns das Mahl des Herrn immer wieder neu Kraft gibt und Zurüstung ist für die schweren Zeiten in unserem Leben. Wer nicht mehr in unsere Abendmahlsgottesdienste kommen kann, zu dem kommen unsere Ortsgeistlichen gerne nach Hause, um Hausabendmahl zu feiern. Laden Sie doch zu so einem Hausabendmahl Ihre Nachbarn, Freunde und Verwandtschaft ein.
Für konkrete Fragen wenden Sie sich bitte an das für Sie zuständige Pfarramt. Für unseren Dekanatsbezirk finden Sie diese hier
Wein oder Saft?
Mit Rücksicht auf Menschen mit Alkoholproblem, Schwangere und Menschen, die starke Medikamente nehmen, ist es möglich, statt Wein beim Abendmahl Traubensaft zu reichen um niemanden aus der Mahlgemeinschaft auszuschließen. Hier sind die Traditionen in den Kirchengemeinden sehr unterschiedlich. Informieren Sie sich in Ihrem Pfarramt.
Die Abendmahlsliturgie finden Sie im Gesangbuch EG ab S. 1172
Die lutherische Theologie des Abendmahls ist im kleinen Katechismus kurz zusammengefasst. Den können Sie hier lesen: http://www.ekd.de/bekenntnisse/45662.html
