Anton Beer-Walbrunn

Er war zu Beginn des 20.Jahrhunderts ein hochgeachteter Komponist und Musikpädagoge, der allerdings in Vergessenheit geriet... Pfarrer Martin Valeske aus Kohlberg erfuhr vor einigen Jahren von Anton Beer-Walbrunn, der am 29. Juni 1864 in Kohlberg geboren wurde.

Ein Beitrag der Evang. Funkagentur vom 23.10.2016:

 

 

Portrait des Komponisten Anton Beer-Walbrunn
Bildrechte: beim Autor

Die Neugierde des musikalischen Pfarrers war geweckt. Er begann zu recherchieren und stieß auf einen wahren Schatz an Musikstücken, die in der Musikabteilung der Münchner Stadtbibliothek aufbewahrt werden und größtenteils nie verlegt wurden. 

Pfarrer Valeske: „An der Königlichen Lehrerbildungsanstalt in Eichstätt hat ihn Domkapellmeister Dr. Wilhelm Widmann entdeckt und ihm die Aufnahme an die Königliche Akademie der Tonkunst in München ermöglicht. Dort studierte er von 1888 bis 1891 bei Joseph Gabriel Rheinberger.“

An das Studium schloss sich eine längere Phase als freischaffender Komponist an. „1901 wurde er als Lehrer für Harmonielehre, Komposition, Kontrapunkt und Klavier an die Akademie der Tonkunst berufen“, so Martin Valeske. Ab 1905 unterrichtete dort auch der befreundete Max Reger, 1908 wurde Beer-Walbrunn schließlich zum Professor ernannt.

Zahlreiche Musiker, die es später zu deutlich größerer Berühmtheit brachten als er selber, zählten zu seinen Schülern, darunter Alfred Einstein und Carl Orff.

Von letzterem kennt Pfarrer Valeske folgendes Zitat: „Er war ein … unglaublich liebenswürdiger Lehrer, eine Spitzweg-Figur mit viel Selbstironie, ein Meister alter Schule mit großem Können und Wissen.“

Beer-Walbrunn starb am 22. März 1929. Er hinterließ ein reiches Erbe: Opern, große Orchesterwerke, Konzerte, Kammer- und Kirchenmusik, Lieder und Werke für Orgel oder Klavier.
Die Musik des Oberpfälzers ist für Pfarrer Valeske ein echter Geheimtipp: „Seine Musik lebt von einer wunderbaren Melodik, einer meisterhaften Beherrschung der musikalischen Formen und ist voller Schönheiten, die für jeden anderen Komponisten eine Ehre wären“.

Bei einer Konzertreihe im Herbst 2014 wurden einige der fast vergessenen Werke Beer-Walbrunns erstmals nach langer Zeit wieder an seinem Heimatort Kohlberg und in Weiden aufgeführt. Gerhard Urban, Violinist beim Münchner Rodin-Quartett, ist voll des Lobes: „Speziell mit den Shakespeare-Sonetten Op. 34 ist ihm ein ganz großer Wurf gelungen. Aussagekräftig und bilderreich vertont Beer-Walbrunn die wunderbaren Texte nach Willliam Shakespeare in einem ausgewachsenen Liedzyklus (mit zehn Liedern von insgesamt ca. einer halben Stunde Dauer.) Das Klavier ist dabei hochexpressiver, gleichberechtigter Partner und jongliert wirkungsvoll durch die ganze Palette musikalischen Ausdrucks eines farbenreichen Orchesterklangs. Damit stehen die Lieder ganz in der Tradition der großen Komponisten von Orchesterliedern um die Jahrhundertwende.
Es ist längst an der Zeit, diesen großartigen Komponisten einer breiteren Öffentlichkeit zu erschließen.“

Hörproben aus der CD mit Orgelwerken von Beer-Walbrunn, gespielt auf der Max-Reger-Orgel in der Michaelskirche Weiden

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Pfr. Martin Valeske
Evangelisches Pfarramt Kohlberg
Tel. 09608-288

Weitere Infos:
Anton Beer-Walbrunn Kunst- und Kulturverein Kohlberg e.V.