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Veranstaltungen vor Ort - wir sind eben "eins".

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Wir sind Gemeinsam Eins. Wir als Dekanat sind die Nummer Eins, was die Größe angeht, aber auch in vielen Bereichen sind wir die Ersten und innovativ. Das gibt auch bei diesem besonderen Jubiläum. Eine der ersten Pfarrerinnen stammt aus der Amberger Paulanergemeinde: Liesel Bruckner.

 

„Heute steigen junge Damen
Selbst zu Ansbach ins Examen. 
Damals Mädchenherzen tattern, 
Heut´ studieren sie Heim und Schlatter, 
Dialektische Theologie
Treiben ganz begeistert sie. […]

Solche Pfarrersweiblichkeiten
Muß man unbedingt vermeiden!
Hätten doch derlei Tendenzen
Undenkbare Konsequenzen!
Wenn die Landeskirche trüge
Völlig feminine Züge!
Wenn als vierten Kreisdekan
Stellte eine Frau man an!“ 

 

Diese Zeilen schrieb im Jahr 1929 ein Pfarrer und man merkt: Die Begeisterung, dass Frauen in die männlich besetzten Gefilde der akademischen Theologie und Kirche kamen, traf auf wenig Begeisterung. Was für ein Unterschied! Denn2026 steht das erste Märzwochenende unter dem Motto „Kirche feiert Frauen“. Denn da feiert die evangelische Landeskirche in Nürnberg 50 Jahre Frauenordination. 


50 Jahre ist es her – gerade einmal möchte man sagen, dass die erste Frau in Bayern ordiniert wurde. Dabei begann der Weg zur Frauenordination in Deutschland schon etliche Jahre vorher: 1959 wurde Elisabeth Haselhoff in Lübeck zur Pastorin berufen. Sie gilt als erste Pfarrerin Deutschlands. Damals ein mutiger Schritt, der nicht überall Zustimmung fand. Vor allem nicht in Bayern – da tat man sich besonders schwer. Erst im Herbst 1975, nachdem viele Frauen nicht locker gelassen, gekämpft, gebetet und gehofft hatten, beschloss die Synode das „Kirchengesetz zur Berufung der Theologin zum Dienst des Pfarrers“.  

Am 04. April 1976 wurden Liesel Bruckner und Käthe Rohleder als Erste der bayerischen Theologinnen an ihren jeweiligen Wirkungsstätten, Amberg und Fürth, ordiniert.

Für Liesel Bruckner kam diese Ordination ein halbes Jahr vor ihrem Ruhestand. 

Liesel Bruckner begründete ihren Ordinationsantrag mit den gleichen Worten wie ihren Antrag auf Einsegnung von 1947: „Gottes Wort, das in der Heiligen Schrift aufgezeichnet ist und im evang.-luth. Bekenntnis rein und lauter bezeugt wird, ist mir Richtschnur meines Lebens und Inhalt meiner Verkündigung.“ Damit machte sie deutlich, dass für sie mit ihrer Ordination nichts grundlegend Neues geschah. Zeitlebens deutete sie ihre Einsegnung als Stärkung und Zuspruch Gottes in ihrem Amt. Der zuständige Dekan kommentierte: „So wie ich Frau Bruckner kennengelernt habe, schlägt in diesen knappen Sätzen das Herz ihres Dienstes, und sie hat das, was sie so knapp formulierte, in einem langen Leben als Pfarrvikarin Tag für Tag praktiziert und unter Beweis gestellt. Darum kann hier auf eine ausführliche Erörterung verzichtet werden. Diese Erörterung schrieb ihr Leben selbst.“

In diesem Leben war sie im März 1951 in der Paulanerkirche in ihren Dienst eingeführt worden. Sie kam mit innovativen Ideen: im Kindergottesdienst, in der Jugendarbeit, Berufstätigen- und Frauenarbeit, Seelsorge in Altenheimen und Krankenhaus. 
Im Ruhestand war sie mit ihrer Schwester Friedel in der Gemeinde nach wie vor aktiv. Liesel Bruckner war Zeit ihres Lebens mit Leib und Seele Theologin, hochgebildet und von großer geistiger Weite. Sie starb am 28. Oktober 1999 in Amberg. 

Wir feiern Liesel Bruckner und all die mutigen Frauen vor, neben und nach uns am zweiten Märzwochenende in Amberg. 

 

Termine und Veranstaltungen:

Fr., 06. März 2026, 19 Uhr
Weltgebetstag 

mit dem Paulaner Gospelchor
Erlöserkirche


Sa., 07. März 2026, ab 17 Uhr
Vortrag und Ausstellung zu Liesel Bruckner in Amberg

Paulaner-Gemeindehaus


So., 08. März 2026, 09.30 Uhr
Weltfrauentag

Festgottesdienst mit Pfarrerinnen des Dekanats, Dekanin Ulrike Dittmar und verschiedenen Frauenverbänden 
Paulanerkirche
Parallel dazu Kinderprogramm
Anschließend wird ins Gemeindehaus eingeladen.